Photovoltaik & Speicher · Erklärt
Solarüberschuss verkaufen in Portugal: UPAC-Regeln, die Änderungen 2026 und was Sie verdienen
In Portugal gibt es kein Net Metering (Verrechnung von Einspeisung und Bezug). Private Solaranlagen fallen stattdessen unter die Eigenverbrauchsregelung (UPAC). Was das für eingespeisten Strom bedeutet – einschließlich der Regeländerungen, die am 28. August 2026 in Kraft getreten sind.

Das Wichtigste in Kürze
- Eingespeister Solarstrom wird nur vergütet, wenn Ihre UPAC registriert ist, Sie einen Zweirichtungszähler haben und ein aktiver Vertrag über den Verkauf des Überschusses besteht.
- Ohne Verkaufsvertrag bringt eingespeiste Energie nichts ein und wird auch nicht mit späterem Netzbezug verrechnet.
- Seit dem 28. August 2026 (DL 130/2026) sind Anlagen bis 800 W nur dann von der Vorabkontrolle befreit, wenn sie nicht ins Netz einspeisen.
- Rechnen Sie mit rund 0,05–0,08 €/kWh für Überschuss – weit unter den 0,17–0,24 €, die Sie für Netzstrom zahlen.
UPAC in einem Absatz
Eine private Solaranlage in Portugal ist eine Unidade de Produção para Autoconsumo (UPAC, Erzeugungsanlage für den Eigenverbrauch): eine Anlage, die Strom in erster Linie für den eigenen Bedarf erzeugt. Energie, die Sie im Moment der Erzeugung verbrauchen, senkt Ihre Rechnung direkt. Energie, die nicht genutzt wird – rechtlich alles, was nicht innerhalb desselben 15-Minuten-Intervalls verbraucht wird –, ist Überschuss (excedente) und fließt ins Netz.
Einspeisen heißt nicht bezahlt werden
Hier tappen viele Neuankömmlinge in die Falle. Speisen Sie Überschuss ohne aktive Verkaufsvereinbarung ein, erhalten Sie dafür nichts, und er wird nicht mit dem Strom verrechnet, den Sie später kaufen; der Netzbetreiber verbucht ihn lediglich. Eine Einspeisevergütung wie in Deutschland gibt es also nicht. Um bezahlt zu werden, brauchen Sie drei Dinge:
- Die UPAC, bei der DGEG (Direção-Geral de Energia e Geologia, Generaldirektion für Energie und Geologie) im richtigen Vorabkontrollverfahren legalisiert.
- Einen Zweirichtungszähler, eingebaut von E-REDES, damit der Überschuss gemessen wird.
- Einen Vertrag mit einem Stromanbieter (comercializador) oder einem Aggregator (agregador), der Ihren Überschuss abnimmt. Für die meisten Haushalte auf dem Festland ist ein Aggregator der übliche Weg.
Was sich 2026 geändert hat
Das Gesetzesdekret (Decreto-Lei) 130/2026 vom 29. Juni hat die Eigenverbrauchsregelung überarbeitet. Die wichtigsten Punkte für Haushalte, in Kraft seit dem 28. August 2026 (für danach eingeleitete Verfahren):
- Die Leistungsgrenze ohne jede Vorabkontrolle stieg von 700 W auf 800 W – aber nur für Anlagen, die keinen Überschuss ins Netz einspeisen.
- Speist eine kleine Anlage doch ein, ist auch unter 800 W eine comunicação prévia (Vorabmitteilung) erforderlich.
- Neue Regeln für den gemeinschaftlichen Eigenverbrauch und für die zulässige Entfernung zwischen Erzeugung und Verbrauch.
- Wo eine Erzeugungslizenz nötig ist, muss innerhalb von 90 Tagen entschieden werden; bleibt eine Antwort aus, gilt die Genehmigung als stillschweigend erteilt.
Diese 800-W-Schwelle ist wichtig, wenn Sie über ein steckerfertiges Balkonkraftwerk nachdenken: Um befreit zu bleiben, darf es nichts einspeisen – in der Praxis über einen Wechselrichter oder Controller, der die Leistung auf den aktuellen Hausverbrauch begrenzt.
Was Überschuss wert ist
Überschusspreise folgen dem iberischen Großhandelsmarkt und unterscheiden sich je nach Käufer. Aktuelle portugiesische Analysen rechnen mit rund 0,05–0,08 € je kWh. Vergleichen Sie das mit dem Durchschnitt am regulierten Markt von etwa 0,198 €/kWh für Haushalte im Jahr 2026 und Angeboten am freien Markt um 0,22–0,24 €/kWh: Eine selbst genutzte kWh ist drei- bis viermal so viel wert wie eine verkaufte.
| Option | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Kein Verkaufsvertrag (Nulleinspeisung oder Verluste in Kauf nehmen) | Keine Formalitäten über die Registrierung hinaus | Überschuss bringt 0 € |
| Aggregator-Vertrag | Für Haushalte meist der einfachste Weg zur Vergütung | Niedriger Preis, Gebühren und Bedingungen variieren – vergleichen |
| Stattdessen ein größerer Speicher | Hält Ihren Überschuss für den Abend vor | Hohe Anfangskosten; siehe unseren Speicher-Ratgeber |
Was daraus für die Dimensionierung folgt
- Dimensionieren Sie zuerst nach Ihrem Tagesverbrauch; betrachten Sie Überschusserlöse als kleinen Bonus, nicht als Geschäftsmodell.
- Verlegen Sie flexible Verbraucher in die Sonnenstunden: Warmwasserspeicher, Poolpumpe, Geschirrspüler, Laden von E-Auto oder Plug-in-Hybrid. Mit Hausautomation geht das mühelos – siehe Energiemonitoring mit Home Assistant.
- Haben Sie ein Ferienhaus, das einen Großteil des Jahres leer steht, kann eine kleine Anlage mit Verkaufsvertrag – oder ganz ohne – besser abschneiden als eine große.
Häufige Fragen
Gibt es in Portugal Net Metering?
Nein. Portugal setzt auf ein Eigenverbrauchsmodell: Was Sie selbst nutzen, spart Ihnen den Endkundenpreis, und Überschuss wird – sofern Sie einen Vertrag haben – separat zu einem marktbasierten Preis verkauft.
Brauche ich für ein 800-W-Balkonkraftwerk eine Genehmigung?
Seit dem 28. August 2026 ist eine Anlage bis 800 W nur dann von der Vorabkontrolle befreit, wenn sie nicht ins Netz einspeist. Kann sie einspeisen, brauchen Sie eine Vorabmitteilung (comunicação prévia).
Wer kauft meinen Überschuss?
Ein Stromanbieter oder Aggregator, mit dem Sie einen Vertrag schließen – nicht E-REDES. Vergleichen Sie die Angebote genauso wie Stromtarife.
Quellen
- Posso vender o excedente dos painéis solares? (regras 2026) — Doutor Finanças (abgerufen 29. Oktober 2026)
- Novo regime do autoconsumo de energia: o que muda — Doutor Finanças (abgerufen 29. Oktober 2026)
- Venda de energia solar em Portugal: guia completo 2026 — Repsol Portugal (abgerufen 29. Oktober 2026)
- Tarifa regulada de eletricidade 2026 — Repsol Portugal (abgerufen 29. Oktober 2026)


